Mary Poppins alt vs neu – ein Vergleich SPOILERALARM
Vorsicht Spoiler!
Inhaltsangabe und Vergleiche zum alten Film
Die Geschichte von Mary Poppins Returns beginnt in der Zeit der Weltwirtschaftskrise um 1929.
Wie im ersten Film übernimmt die Nebenfigur der Laternenanzünders Jack (offizieller Nachfolger von Bert aus dem ersten Film) die Einleitung des Filmes mit einem Song und fährt mit seinem Fahrrad zum Kirschbaumweg Nr. 17, wo Michael Banks, der das Haus von seinem Vater geerbt hatte, mit seiner Familie lebt.
Die Kinder der Banks Familie, Michael und Jane, sind mittlerweile erwachsen geworden und haben die Lehren von Mary Poppins über die Jahre schlicht und ergreifend vergessen.
Jane ist einer Gewerkschaft beigetreten, die für die Rechte der Arbeiterklasse einsteht. Hier findet man Parallelen zu Janes Mutter, die zu ihren Lebzeiten für die Rechte der Frauen einstand und Mitglied der Frauenrechtsbewegung war.
Michael ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und arbeitet als Bankangestellter, da er als Künstler keinen Erfolg hatte.
Michael ist nach dem tragischen Verlust seiner Ehefrau alleinerziehender Vater von drei Kindern: Anabel, John und Georgie.
Anders als sein Vater hat Michael jedoch keinen Sinn für finanzielle Angelegenheiten, da er diese in der Vergangenheit von seiner Ehefrau regeln ließ. Nach deren Verlust versank Michael in tiefer Trauer und wurde durch die Wirtschaftskrise in den Ruin getrieben. Bei all den Sorgen vergisst er – ähnlich wie sein Vater – das Wichtigste: Seine Kinder!
Michaels Situation verbesserte sich nicht mit Erhalt eines gerichtlichen Beschlusses, demgemäß er den Kredit, den er bei der Bank abgeschlossen hatte, in spätestens drei Tagen in voller Höhe zurückzuzahlen habe. Zu Glück erinnert seine Schwester Jane ihn an die Bankanteile des Vaters. Mit diesen Anteilen könnte der Kredit problemlos getilgt werden. Jedoch bedarf es eines Schriftstückes als Beweismittels, das in dem Chaos des Hauses erst gefunden werden muss.
Mitten beim Aufräumen entscheidet sich Michael eine alte Kiste wegzuschmeißen, in der sich der selbstgebastelte Drachen aus dem ersten Teil von Mary Poppins befindet. Nachdem er die Kiste mit vor die Tür gestellt hat, wird der Drache vom Wind erfasst und fliegt Richtung Park.
Ironischerweise führt der Einkaufsweg der Kinder auch in den Park, wo inzwischen ein starker Sturm wütet.
Wie es der Zufall bzw. Disney will, entdeckt Georgie, der jüngste Sohn, den fliegenden Drachen und jagt dem Drachen hinterher, um mit ihm zu spielen. Dabei trennt er sich unbeabsichtigt von seinen Geschwistern.
Der Sturm ist jedoch so stark, so dass Georgie mit dem Drachen wegzufliegen droht.
Mit Hilfe Jacks wird Georgie vor dem Sturm gerettet. Gemeinsam ziehen sie den Drachen mit Mühe zurück zur Erde. Just in diesem Augenblick erscheint die zauberhafte und wunderbare Mary Poppins aus den Wolken und landet nicht mithilfe eines Schirmes, sondern mit dem Drachen bei der Familie Banks.
Für die Zuschauer, die den ersten Film gesehen haben, wird dies keine Überraschung sein, da die Erscheinung von Mary Poppins bereits im ersten Film mit einem Sturm angekündigt wurde. Immer wenn der Wind nach Osten dreht, ist Mary Poppins nicht weit.
Im Vergleich zum ersten Film wirkt die neue Mary Poppins allerdings fescher und farbkräftiger. Hier beziehe ich mich auf die vielen bunten und warmen Farben – z. B. auf ihrer Reisetasche. Ihr tiefblauer Mantel stellt dazu Farbenausgleich her, der mit den roten Schuhen, dem roten Hut, dem roten Halstuch und den roten Handschuhen abgerundet wird.
Sofort wird klar, aus welchem Grund Mary Poppins zurückgekehrt ist: natürlich um als Kindermädchen für die Familie Banks zu arbeiten.
Michael und Jane staunten nicht schlecht als sie der um keinen Tag gealterten Gouvernante nach langer Zeit wieder begegnen. Ohne Diskussion und ohne Formalitäten – wie etwa eine Gehaltszahlung – zu klären, wird Mary Poppins als Kindermädchen engagiert.

Ab diesem Zeitpunkt entführt Mary die Kinder der Familie Banks in verschiedene magische Abenteuer wie bspw. einen abenteuerlichen Meeresausflug (in der Badewanne) und in die Vase der verstorbenen Mutter, wo man auf neue und alte Cartoon-Charaktere wie bspw. die Pinguine trifft.
Hier findet man als älterer Zuschauer viele Parallelen zum alten Film. Viele neue Charaktere wie die entfernte Cousine von Mary Poppins ersetzen alte Charaktere wie Onkel Albert aus dem alten Film in abgewandelter Form.
Die Bank wird wiederum als skrupellos dargestellt: Ihr Leiter William Willkins, ein entfernter Neffe des Mr. Dawes Junior, versucht heimlich den letzten Penny aus den Taschen seiner Klienten zu ziehen. Zu seinen Opfern gehörte leider auch Michael Banks; der Bucheintrag über Anteile seines Vaters wurden heimlich unter Verschluss gehalten.
Selbstverständlich hat der Film jedoch – wie jeder Disneyfilm – ein glückliches Ende: Michael erkennt am Ende was er vergessen hatte und wem er vertrauen kann, nämlich seiner Familie, die sein Lebensglück bestimmt, anstatt der Bank.
In einem grandiosen Auftritt von Dyk Van Dyke als Deus ex machina entschärfte Mr. Dawes Junior die missliche Lage der Familie Banks, indem er seinen Neffen entlässt und ihr mitteilt, dass der Vater die zwei Penny von Michael aus dem ersten Teil bei der Bank angelegt hatte, sodass das dieser nun genug Geld besitzt, um seine Schulden zu begleichen.